112 Weddings / 112 Hochzeiten

Ich bin süchtig nach human interest stories jedweder Art, insbesondere aber solchen, die sich um die Themen Ehe, Familie und Kinder drehen. Neues erfährt man eher selten, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, wie andere Leute so leben.

In der arte-Mediathek kann man sich noch für einige Tage die Doku 112 Hochzeiten ansehen, in der ein Hochzeitsfilmer einige Paare nochmals aufsucht um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist. Genial einfache Idee, nett umgesetzt durch die Zusammenschnitte aus Hochzeitsfilmen und späteren Interviews. Ein Film, den man sehr schön mal vor der eigenen Hochzeit sehen kann, denn er illustriert wunderbar wie aufregend und komplett unwichtig für das weitere Leben dieser Tag ist. Dass der wichtige Teil erst danach kommt, kann man sich gar nicht oft genug vor Augen führen.

Also ansehen. Hier geht’s lang: arte – 112 Hochzeiten

Mit Baby ins Hotel

Vernünftigerweise sucht man sich für den Urlaub mit einem Baby eine schöne Ferienwohnung, wo man unter sich ist und eventuelles Geplärre niemanden stören kann. Man muss sich nicht schick machen, kann sich ausbreiten, selbst kochen und außerdem ist es verhältnismäßig günstig.

Bedauerlicherweise heißt das aber auch, dass die lieben Eltern genau wie daheim putzen und kochen dürfen. Aus diesem Grund haben wir uns trotz Bedenken dafür entschieden, mit dem kleinen Ungeheuer ins Hotel zu reisen. Die Aussicht auf Halbpension, Zimmermädchen und Swimmingpool war dann doch zu verlockend. Außerdem liebt die Kleine es, viele Menschen um sich zu haben. WIr haben es also gewagt und für eine Woche ein gemütliches Zimmer im Golf Resort Achental gebucht.

Das Hotel

Das Resort liegt sehr schön im Grünen gelegen am Rande des Örtchens Grassau zwischen Chiemsee und Bergen. Obwohl das Hotel über recht viele Zimmer verfügt, ist es ziemlich ruhig und die Atmosphäre ist sehr entspannt. Es gab einen In- und einen Outdoorpool, Fitnessraum, Sauna und Golfplatz. Insgesamt ein sehr schöner Ort für einen erholsamen Urlaub.

Und so lief es

Beistellbett und Hochstuhl im Restaurant waren kein Problem. Sowohl beim Frühstück als auch beim Abendbuffet war es kein Problem eine babytaugliche Mahlzeit zusammenzustellen. Wir waren nicht die einzige Familie mit Kind, was wir recht angenehm fanden. Das Personal war ausnahmslos sehr freundlich, auch wenn das kleine Ungeheuer munter Krümel auf dem Boden verteilte. Selbstverständlich haben wir unseren Dreck größtenteils selbst weggemacht. Hat sicher auch geholfen. Ein riesiges Plus war die gemütliche Bar im Haus. So konnten wir ausgestattet mit Babyphone ein wenig Freiheit mit Schuss genießen.

Pech hatten wir allerdings mit dem Wetter und das war schon ein Problem. Mit Baby kann man schlecht tagelang in einem Zimmer hocken. Wir haben uns also bemüht jeden Tag zwei kleine Ausflüge zu machen. Während der Schlafenszeiten haben wir meist still gelesen. Wir finden das super, aber ist natürlich Geschmackssache. Ab und an hat sie auch unterwegs im Kiwa oder in der Trage geschlafen.

Nachts war die Kleine meist recht friedlich, wobei sie einmal Bauchprobleme hatte und abends ziemlich viel gekräht hat. Beschwerden gab es keine und insgesamt war es für alle ein erholsamer Urlaub, vor allem für das kleine Ungeheuer, das dringend mal eine Pause vom anstrengenden Babyalltag gebraucht hat.

Tipps

  1. Wenn möglich eine Suite (d. h. Wohn- und Schlafbereich getrennt) buchen. Ist natürlich eine Preisfrage, aber nicht immerzu auf Zehenspitzen herumlaufen zu müssen, wäre mir schon etwas wert.
  2. Vorher abklären, ob ein Beistellbett vom Hotel gestellt werden kann. Sollte meistens kein Problem sein. Man möchte auch nicht erst nach der Anreise noch irgendwas für das potentiell müde Kind organisieren müssen.
  3. Auch bei Rundumverpflegung einige Basics einpacken, sofern der Zwerg nicht mehr gestillt wird. Dass ein hungriges Kind keinen Spaß versteht, muss ich sicher niemandem erzählen. Wir hatten einen Reisewasserkocher, Teebeutel, Breipulver, Trinkbrei und ein paar Gläschen dabei. Außerdem Einweglätzchen.
  4. Vorher schlaumachen, ob es eine Drogerie o.ä. vor Ort gibt, so dass man im Zweifel Wickelzeugs etc. nachkaufen kann.
  5. Babyfon einpacken oder ebenfalls beim Hotel anfragen, ob vorhanden.
  6. Bewertungen in den einschlägigen Portalen nach Familien mit (kleinen) Kindern filtern, um einen Eindruck zu bekommen.
  7. Kleine Windelmüllbeutel sind von Vorteil, um es sich mit dem Reinigungspersonal nicht nachhaltig zu verderben. Windel rein, zubinden, in den Mülleimer – fertig.
  8. Mit dem Trinkgeld etwas großzügiger sein – man macht tendenziell auch mehr Arbeit.

Wir würden es nach diesem ersten Versuch auf jeden Fall wieder wagen, mit Baby E. im Hotel zu übernachten. Vielleicht das nächste Mal etwas südlicher – vom wunderbaren deutschen Sommer haben wir erstmal genug.