Kokos-Keks-Kugeln

Die Zeit vor Weihnachten ist bei mir, wie bei den meisten Leuten, extrageschäftig. Geschenke müssen besorgt, Basteleien angefertigt, Feierlichkeiten geplant werden… Dieses Jahr ist keine Ausnahme, allerdings habe ich schon einen ziemlich guten Vorlauf. Für den Gatten und Baby E. sind bereits alle Geschenke besorgt. Da die lieben Verwandten jeweils ein Körbchen mit Leckereien aus meiner Küche bekommen werden, ist an der Front auch schon alles geklärt. Aktuell probiere ich noch verschiedene Rezepte aus und entscheide dann, was in die Geschenke wandert.

Ein Gewinnerrezept sind diese Kokos-Keks-Kugeln, die sehr einfach zu machen sind und extrem lecker schmecken. Das Rezept habe ich aus dem wunderbaren Weihnachtsbuch von GU. Es gehört zu meine allerliebsten Kochbüchern und wird auch außerhalb des Advents gerne aus dem Schrank genommen, so schön ist es. Es enthält neben Plätzchenrezepten herzhafte Menüvorschläge für jeden Geschmack und viele Ideen für selbstgemachte Geschenke. Für Weihnachtsfans ist dieses Buch ein absolutes Muss!

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Das Rezept findet ihr auch online und zwar hier.

Leider sehr guter und sehr einfacher Schokotassenkuchen

Sooo, jetzt sind wir also mittendrin in meiner Lieblingsjahreszeit. Draußen weht ein kühler Wind, die Blätter fallen und erste Gedanken an Weihnachten stellen sich ein. In diesem Jahr bekommen die lieben Verwandten und Bekannten hauptsächlich Selbstgemachtes. Die Großeltern erwartet ein Fotobuch, das das erste Jahr von Baby E. dokumentiert. Außerdem verschenken wir kleine Körbchen mit Leckereien aus der Küche.

Bei der Suche nach passenden Rezepten, bin ich auf diese Mischung für einen Tassenkuchen gestoßen und, was soll ich sagen, gut isser. Verschenkt wird die Pulvermischung dann in einem Weckglas mit Anleitung. Hier aber erstmal das Ganze in fertiger Form:

2014-11-11 20.15.27Zugegeben, damit gewinnt man keine Schönheitspreis, aber allein der Duft, der aus der Mikrowelle durch die Wohnung weht… Hach ja. Man muss sich das mal vorstellen: Immer wenn man Lust auf Kuchen hat, greift man sich das Glas mit der Mischung, verrührt sie mit Öl und Milch, ab in die Mikro und nach 1-2 Minuten darf man genießen. Verrückt einfach sich ein wenig Hüftgold anzufuttern.

Dazu eine Tasse Kaffee und ein gutes Buch, dann kann von mir aus draußen die Welt untergehen. Gestern habe ich in einem Rutsch das Tagebuch einer Landhebamme von Rosalie Linner verschlungen. Ich liebe es, wie man durch ein Buch in eine fremde Welt reisen kann. Linners Berichte aus der bayerischen Provinz in der Nachkriegszeit klingen nämlich für heutige Mamas tatsächlich ziemlich weit weg, sind aber gerade deshalb so faszinierend. Es tut auch ganz gut, wenn man mal sieht, dass Kinder auch ohne viel Getue geboren werden und aufwachsen können.

Wo war ich? Ach ja, Kuchen. Hier das Rezept:

180g Mehl

150g Zucker

1 TL gemahlene Vanille

1 TL Zimt

3 EL Kakao

9g Backpulver

Das Ganze in einer Schüssel vermischen und in ein passendes Gefäß füllen. Fertig ist die kleine Sünde auf Vorrat.

Zur Zubereitung des Kuchens einfach 2 EL der Mischung in eine Tasse geben, dazu 1 EL Öl und 3 EL Milch. Alles richtig gut verrühren bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Dann ab in die Mikrowelle. Ich stelle immer 640 Watt und 1:20 Min. ein. Je nach Leistung der Mikrowelle muss die Zeit dann halt ein wenig angepasst werden. Kurz abkühlen lassen und dann genießen.

11 Monate

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Heute ist Baby E. genau 11 Monate alt. Sie ist ein kleiner mutiger Wirbelwind mit viel, viel Energie und Forscherdrang. Sie steht schon ungefähr für 10 Sekunden frei, sonst hat sich in diesem Monat relativ wenig getan. Seltsamerweise haben wir trotzdem das Gefühl, dass sich wahnsinnig viel geändert hat.

Irgendwie sieht sie anders aus – größer, weniger babyhaft. Man hat den Eindruck, dass sie ganz viel schon versteht. Manchmal ist es richtig gruselig, wenn sie auf irgendeine dumme Bemerkung von uns mit einem kurzen spöttischen Lachen reagiert und mit dem Finger auf uns zeigt 😀 Ach ja, und endlich bekommt sie ein paar mehr Haare.

Sie kann schon ganz schön wütend werden, wenn ihr was nicht passt. Oh weh, ich freue mich schon auf die richtige Trotzphase. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns das ziemlich heftig erwischen wird. Trotzdem ist E. alles in allem ein freundliches Kind. Sie mag andere Menschen immer noch so gerne und strahlt die meisten Leute direkt an. Letzte Woche haben wir im Bus von einer alten Dame ein kleines Plüschäffchen von der Sparkasse geschenkt bekommen. So lieb! Mir ist es immer noch etwas unangenehm, so viel Kontakt mit fremden Menschen zu haben wegen E., aber da muss ich mich wohl dran gewöhnen.

Das Essen klappt Gott sei Dank wieder gut. Ich bin immer wieder überrascht, wie aufgeschlossen die kleine Trollprinzessin ist. Mandarinen, scharfe Nudeln, Gemüsesushi, Wurst jeder Art – alles wird weggemampft und zwar mit Genuss. Ich bin erstmal happy – die nächste Flaute kommt bestimmt 😉 So langsam möchte sie auch selber mit Besteck essen. Mal schauen, wie das so läuft.

Sie macht alles nach was wir machen. Telefoniere ich, hält sie sich die Fernbedienung oder einen Bauklotz ans Ohr und brabbelt ganz geschäftig hinein. Wenn ich Sport mache, werden auch die Arme in die Luft geschleudert. Beste Unterhaltung für Mama ist das.

So langsam beschaffe ich schon die Geschenke für den 1. Geburtstag, auch wenn ich da noch gar nicht dran denken möchte. Mein großes Mädchen!

Aufräumen, entrümpeln, Ordnung schaffen

Ich habe eine geheime Leidenschaft: Ich liebe Hausarbeit. Würde man jetzt spontan gar nicht drauf kommen, wenn man meine Wohnung sieht. Liegt natürlich alles nur am Kind, sonst wäre es hier superordentlich. Leider muss sich diese Leidenschaft meine Zeit mit den ganzen anderen spaßigen Interessen (kochen, lesen, nähen, lernen…) teilen, die ich habe. Im Moment hat es mich mal wieder gepackt und zwar dank einer einzigen Idee, die sich in meinem Kopf festgesetzt hat und mich nicht mehr loslässt: Ich möchte mich von allem trennen, das mir keine Freude bereitet.

Die Idee stammt von Marie Kondo, einer japanischen Ordnungsexpertin, deren Buch ich leider noch nicht gelesen habe. Hier ein kleines Video von der Dame:

Wie oft behält man Sachen, weil sie teuer waren oder bestimmt mal irgendwann noch gebraucht werden? Meiner Erfahrung nach kommt der Tag, an dem diese Dinge dann tatsächlich zum Einsatz kommen, bloß nie. Sie nehmen nur Platz und Energie weg. Man muss um sie herum saubermachen, sie irgendwie organisieren und verwalten. Wozu das alles? Eben! Also, weg damit.

Bisher habe ich:

  • (Hör-)Bücher, Dekokram und Schuhe für einen Basar gespendet
  • Kleidung in die Kleidersammlung gegeben (Ein paar ausgemusterte Sachen durften noch für Nähübungen bleiben)
  • überzählige Putzmittel, abgelaufene Lebensmittel, billigen Schmuck entsorgt.

Ich versuche dabei immer so vorzugehen, wie Marie Kondo es vorschlägt: Jedes Ding einzeln in die Hand nehmen und überlegen, ob es mir Freude bereitet. Was passiert, wenn ich es entsorge? Wann habe ich es zuletzt benutzt? Wußte ich überhaupt noch von seiner Existenz? Hebe ich es etwa nur auf, weil es ein Geschenk war oder weil es teuer war?

Für mich ist das besser als Yoga. Es ist so befreiend, Kram loszuwerden. All das unnütze Zeug verstellt nur den Blick auf die Dinge, die ich wirklich mag. Das Buch von Marie Kondo wird demnächst angeschafft. Ich freue mich schon auf weitere Erkenntnisse! Wichtig ist natürlich auch, nicht wieder allen möglichen Unsinn anzusammeln. Ja ja, das ist meine Schwäche, aber ich arbeite daran. *ähem*

Was wird anders mit Kind?

Wann immer sich im Leben etwas ändert, und sei es nur das Alter, kommt unweigerlich die Frage: „Uuuund, wie fühlt es sich denn nun an, … zu sein?“ Für … kann man wahlweise 30, verheiratet oder Eltern einsetzen. Nach meiner Hochzeit habe ich mich das manchmal auch selbst gefragt. Ist jetzt irgendwas anders? Ich finde, ja, aber das ist ein Thema für einen anderen Post 😉 Nach der Geburt von Baby E. musste ich mir diese Frage eigentlich nie aktiv stellen, denn ich fühlte mich eindeutig anders. Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich ein Upgrade erhalten, mit dem plötzlich ganz viele zusätzliche Gefühle und neue Perspektiven verfügbar sind. Es ist wirklich merkwürdig und manchmal sogar ein wenig erschreckend, denn nicht alles davon ist nur positiv.

Eine sehr eindrückliche Veränderung ist, dass ich sehr viel emotionaler reagiere, wenn Kindern schreckliche Dinge passieren. Hunger, Gewalt, Vernachlässigung… Klar, das findet man immer schlimm, aber seit Baby E. auf der Welt ist, überfallen mich manchmal regelrecht Gedanken an all das Leid auf der Welt. Ich bin froh, dass mein Kind sicher und behütet aufwächst und es tut mir in der Seele weh, dass das nicht für alle Kinder der Fall ist. Gerne würde ich mehr für andere Kinder tun, die weniger Glück im Leben haben, damit diese Gefühle mich nicht nur runterziehen, sondern auch einen positiven Effekt haben. Das soll jetzt auch nicht so klingen, als hätte ich mich als Mama in eine Heulsuse verwandelt. Ganz im Gegenteil: Bei uns wird viel mehr gelacht als früher. Wir sind von Haus aus eher Kopfmenschen und dass mit der Kleinen kindliche Freude und Albernheit bei uns eingezogen sind, ist ein echter Segen.

Sehr positiv finde ich auch, dass so ein kleiner Mensch einen davon abhält, sich ständig mit sich selbst zu beschäftigen. Das geht jedenfalls mir so. Keine Zeit mehr, mich stundenlang über kleine Speckröllchen, X-Beine oder sonst welchen Quatsch zu ärgern. Generell fällt mir auf, dass ich viel weniger bereit bin, mir Zeit stehlen zu lassen und Dinge weniger vor mir herschiebe. Gleichzeitig habe ich auch gelernt, Geduld zu haben. Dafür sind Kinder wirklich perfekt.

Natürlich ändern sich auch viele „äußere“ Dinge: Es ist immer, wirklich immer, unordentlich bei uns. In Sekundenschnelle können kleine Babyhände eben Geputztes wieder einsauen und ein aufgeräumtes Zimmer in ein Schlachtfeld verwandeln. Ich versuche mich jetzt immer ganz aktiv für ein paar selige Minütchen am frisch geputzten Fußboden zu erfreuen und mich danach in eine Art zenmäßigen Scheißegalmodus zu begeben, wenn ich nämlich mit ansehen muss, wie alles wieder vollgekrümelt wird 😀 Ich muss nicht mal mehr darüber nachdenken, die Waschmaschine anzuschmeißen. Wenn ich im Badezimmer bin und das gute Maschinchen nicht ohnehin schon vor sich hin rumpelt, schmeiße ich quasi schon im Vorbeigehen Zeugs hinein. Kleiner wird der Wäscheberg irgendwie trotzdem nie.

Gott sei Dank gibt es Großeltern, die einen ab und an ein wenig entlasten. So ein Besuch zum Kaffee bei Oma und Opa ist für uns das ultimative Wellnesserlebnis geworden. Man muss sich nur an den gedeckten Tisch setzen, allerlei Leckereien in sich hineinstopfen, während der Nachwuchs von den begeistertsten Babysittern der Welt unterhalten wird. Nachdem man sich in den vergangenen Jahren ein eigenes Leben ohne die Eltern aufgebaut und sich vollends abgenabelt hat, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo man wieder mehr zusammenwächst.

Alles in allem bin ich sehr dankbar, diese Erfahrung machen zu dürfen und bin so zufrieden mit meinem Leben, wie schon sehr lange nicht mehr. Ich finde es wichtig, das immer mal wieder zu sagen, denn in den Medien wird meines Erachtens zu oft darüber gesprochen, wie schwierig das Familienleben ist. Sicher ist das alles richtig und wichtig, aber eben auch ungerechtfertigt abschreckend. Das ganz große Thema, was sich für uns als Paar geändert hat, habe ich jetzt mal ausgelassen. Sicher schreibe ich dazu in den nächsten Tagen auch noch ein paar Gedanken auf.