Homegrown Terrorism – Willkommen im Trotzalter

„Wääääääääh. Wäääääh!!!!!!“ Ich spreche nur sehr wenig Kleinkind, aber übersetzt dürfte das so in etwa heißen: Du bist die gemeinste Mutter der Welt. NIE darf ich irgendwas. E. ist jetzt 16 Monate alt, definitiv kein Baby mehr und bereits voll in der Trotzphase. Heute waren wir auf dem Amt um einen Kinderausweis zu beantragen. Ich hatte damit bis zum Beginn der Osterferien gewartet in der irrigen Annahme, dass dann dort weniger los wäre, weil dann alle bereits mitsamt ihren Reisepässen im sonnigen Süden weilen würden. Tja, war leider nicht so. Brechend voll war’s. Da half auch nicht mehr die Kleinkindvorzugsbehandlung mit der Sondernummer. Zwar wurden wir vorgezogen, mussten aber trotzdem ca. 30 Minuten warten, was E. wohl eher wie 30 Tage vorkam. Als blutige Anfängermutti hatte ich natürlich nicht mal an irgendein Spielzeug oder Buch gedacht.

Es gelang mir, sie mit Hilfe der zahlreichen ausliegenden bunten Broschüren ein Weilchen zu beschäftigen, bis die Katastrophe eintrat und zwar in Form eines unschuldigen kleinen Kindes, etwas älter als E. und deutlich ruhiger. Dieses Kind hatte. eine. Breze. Oh Schreck. Kinderlose Menschen haben wahrscheinlich keine Ahnung, was eine Breze in der Hand eines anderen Kindes auslösen kann. Entschlossen stapfte E. auf den Zwerg zu. Ich konnte sie gerade noch rechtzeitig abfangen. Und schon setzte das Gebrüll ein. Ich liebe Psychologenratschläge für Trotzanfälle, so ungefähr: Vermeiden Sie vorausschauend Situationen, die ihr Kind frustrieren könnten. Also, ich verbiete hiermit allen Muttis ihren Kindern eine Breze zu kaufen, wenn mein Trotzköpfchen gerade keine hat. So erledigt. Wie einfach war das denn bitte?

Nachdem mit dem Brezn-Vorfall schon mal eine gute Wutgrundlage gelegt wurde, konnte es nun munter weiter gehen. Auslöser waren ein von mir unterbundener Versuch, sich eines fremden Sitzplatzes zu bemächtigen und eine generelle Frustration, weil die fiese Mutti einen nicht das Büro des netten Beamten umräumen lässt. Gott sei Dank, zauberte der ein paar Spielsachen hervor, als ich schon dachte, E. würde als Terroristin auf eine No-Fly-Liste gesetzt. Der arme Mann kannte das bestimmt schon.

Ich weiß, es geht den meisten Eltern ähnlich und es liegt nicht an meiner ganz persönlichen Unzulänglichkeit als Mutter, aber gerade an solchen Tagen sehe ich sonst ausnahmslos brave Kinder. Ich habe meine Mutter im Ohr, die fragt: „Na, ist E. auch schön geduldig?“ Oder diese Mutter aus der Spielgruppe, die mich total entgeistert anstarrt, als E. ihrem Kind ein Spielzeug wegnehmen wollte, so als könnte sie überhaupt nicht verstehen, wie es dazu kommen kann (obwohl ich eingeschritten bin und sowas alle Nase lang gemacht wird und zwar von allen Kindern). An guten Tagen weiß ich, dass ein geduldiges Kleinkind ungefähr so häufig ist wie ein rosa Einhorn und dass alle Kinder die Regeln des Miteinanders erst nach und nach lernen. An schlechten Tagen verputze ich die letzte Schokolade, trinke einen Milchkaffee nach dem anderen und versuche mich nicht wie die schlechteste Mutter auf dem Planeten zu fühlen.

Die Frage, wie man es denn nun richtig macht, habe ich noch nicht beantwortet. Meistens versuche ich E. ruhig zu erklären, warum etwas gerade nicht geht. Das machen praktisch alle Eltern so, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dieser vermeintlich einfühlsame Ansatz vor allem an die Zuschauer solcher Dramen adressiert ist. Seht her, ich lasse nicht alles durchgehen, werde aber auch nicht sauer, sondern reagiere pädagogisch wertvoll. Wurscht, dass das Kind noch kein Wort davon versteht. Ich komme mir dabei immer sehr lächerlich vor. Ablenken funktioniert manchmal, gerne mit einer Reiswaffel. Oft aber eben auch nicht. Ich fürchte, da kommt noch so manche Herausforderung auf uns zu. Ich geh mir dann erstmal einen Milchkaffee kochen…

Unser Lieblingsspielzeug – Geschenkideen für Kinder ab ca. 12 Monaten

Bevor Baby E. ein Jahr alt war hatte sie kaum Spielzeug. Die Umwelt war für sie interessant genug und eigenständiges Spielen entwickelt sich sowieso erst nach und nach. Aus diesem Grund haben wir erst zu ihrem ersten Geburtstag und kurz darauf zu Weihnachten so richtig angefangen, für sie Spielzeug zu kaufen. Da ich mich selber ziemlich schwer getan habe, mich für irgendwas zu entscheiden, möchte ich einfach mal aufschreiben, was bei uns letztlich gut ankam.

  1. Erstes Lernen: Wörter StapelwürfelEin Geschenk der Großeltern. Die Würfel sind mit Bildern von Lebensmitteln, Kleidung, Spielzeug, Tieren… versehen und stapelbar. Baby E. liebt es, die Würfel ineinander zu stecken oder sich die Bilder anzuschauen und sich von mir das dazugehörige Wort sagen zu lassen.
  2. Die drei Spatzen – Pappbilderbuch Unser Gute-Nacht-Klassiker. Ich kann’s mittlerweile auswendig so oft haben wir das schon vorgelesen. Der Text ist ein Gedicht von Christian Morgenstern, die Bilder sind witzig und süß.
  3. Bunte Bausteine mit kleinen Extras Die haben wir schon eine Weile und trotzdem werden sie immer wieder begutachtet und gestapelt.
  4. Hexenhaus Bei Ikea entdeckt und gleich mitgenommen. Auch wenn ein kleines Kind die Geschichte von Hänsel und Gretel noch nicht kennt und selbst auch noch nicht wirklich mit Puppen spielt, macht es Baby E. großen Spaß, das Haus und die Puppen genau anzuschauen und sich von mir etwas vorspielen zu lassen.
  5. Bobby Car Der Klassiker schlechthin – den hat wahrscheinlich eh jeder. Erwähnen möchte ich den kleinen roten Flitzer trotzdem, denn Baby E. ist stolz wie Oskar wenn sie durch die Wohnung fährt – ganz flott und ganz selbständig!
  6. SandspielzeugSinnvoll sobald das Kind sitzen und greifen kann (und die passende Jahreszeit ist). Aktuell eingemottet, aber die kleine Gießkanne erfreut sich als Badeaccessoire großer Beliebtheit.
  7. Brio Ameise Das Brio-Design ist vielleicht nicht für jeden Geschmack, aber uns gefällt es gut. Die Ameise hat ein Ei auf dem Rücken, dass sich um sich selbst dreht, wenn man die Ameise bewegt. Wir könnten da stundenlang zuschauen. Die Kleine legt der Ameise auch gerne andere Bauklötze auf den Rücken, die sich natürlich nicht drehen. Spaß macht es ihr trotzdem.
  8. Einfache Musikinstrumente Hier ist die Auswahl groß. Wir haben ein Xylophon und verschiedene Rasseln. Das Klavier von Papa ist auch schwer angesagt 😉
  9. Oball mit Rassel Der Oball geht definitiv auch schon für Babies. Im Endeffekt kann man damit nicht wirklich viel machen, außer greifen. Die Kleinen finden das aber megaaufregend. Unserer ist leider abhanden gekommen, das Zweitexemplar bei den Großeltern ist dafür umso beliebter.
  10. Ein richtiger Große-Kinder-Ball Sobald das Kind stehen und an der Hand gehen kann, kann es auch gegen einen Ball kicken. Nicht zuletzt deswegen ist „Ba!“ein wichtiges Wort in Baby E.s Wortschatz geworden. Es macht einfach Spaß – auch wenn Mamas Rücken leidet.

1 Jahr und eine Erkenntnis

Kneif mich mal einer. Das Kind ist ein ganzes, volles Jahr alt! Eben habe ich doch noch… Aber lassen wir das. Ich weiß, es geht allen Eltern so. Wir spüren die Veränderung, die diese Zahl mit sich bringt ganz deutlich. Baby E. (ich kann noch nicht aufhören, sie als Baby zu bezeichnen) hat sich von einem kleinen Bündel mit Bedürfnissen zu einem Kind mit einem eigenen Kopf entwickelt. So langsam geht es also auch los mit der Erziehung. Es ist schon witzig: Bevor das Kind kam, habe ich mich immer gefragt, wie das Muttersein wohl aussieht. Mittlerweile habe ich begriffen, dass es das EINE Muttersein nicht gibt, sondern verschiedene Phasen, in denen ich jeweils eine andere Rolle für mein Kind spiele. Ein Neugeborenes braucht eine andere Mama als ein erwachsenes „Kind“ und dazwischen gibt es so viele Stufen, Sprünge und Wendungen, dass ich mich auch immer wieder verändern und anpassen muss. Ha, riesen Erkenntnis!

Es war ein anstrengendes, oft schwieriges, aber auch wunderbares Jahr. Wir haben so viel gelacht und gealbert, unseren Alltag neu entdeckt, unser Herz verloren und dann unser Leben ein klein wenig zurückerobert. So darf es gerne weitergehen. In diesem Sinne: Schöne Feiertage!

Wie wir uns als Paar nach der Geburt verändert haben

Vor und auch noch während der Schwangerschaft habe ich mich oft gefragt, wie sich das Baby wohl auf unsere Ehe auswirken wird. Rücken wir noch näher zusammen oder wird das Kind die Nummer 1? Streiten wir uns nur noch vor lauter Stress? Verändern sich unsere Rollen? Die Sorge, dass unsere Ehe leiden könnte, war für mich ein konstanter Begleiter in der Schwangerschaft. Noch heute schaue ich meinen Mann manchmal an und kann mein Glück, ihn zu haben, kaum fassen. Dieses Glück wollte ich auf keine Fall riskieren. Nun, nach einem Jahr, ist ein guter Zeitpunkt um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Da kam die Blogparade von Top Elternblogs gerade recht:

Die erste Zeit nach der Geburt ist für viele Eltern erstmal ein Ausnahmezustand. Das gilt insbesondere für die Mama, die quasi rund um die Uhr mit dem Kind beschäftigt ist und sich auch selbst erst regenerieren muss. Vielleicht kommt es da dem einen oder anderen Vater so vor, als wäre er an die Seitenlinie verbannt worden. Das Spiel ist in vollem Gange, aber er ist nur noch Zuschauer. Bei uns war das ein wenig anders. Da Baby E. ein Schreikind war, musste er voll mitarbeiten. Die Bindung zu seiner Tochter ist sicher nicht zuletzt deswegen sehr eng. Als Paar sind wir erstmal auf der Strecke geblieben. Das ging gar nicht anders, wir waren im Überlebensmodus.

Mittlerweile ist der Alltag wieder eingekehrt und zumindest oberflächlich ist unser Leben ziemlich nah an der alten Normalität. Wir haben gemeinsame Zeit, wenn das Kind im Bett ist. Trotzdem ist nicht mehr alles wie vorher. Die Veränderungen sind subtil, nicht so leicht von außen sichtbar und vielleicht gerade deshalb so tiefgreifend.

Stress und Konflikte

Zweifelsohne erhöht ein Kind den Alltagsstress und es kommt vor, dass die Geduld restlos aufgebraucht ist. Gerade wenn die Nächte kurz sind, wird aus einer eigentlich harmlosen Frage (“Hast du mein blaues Hemd gesehen?”) schnell mal eine Anklage herausgehört (“Wieso ist die Wäsche eigentlich immer noch nicht erledigt?”), die vielleicht gar nicht da ist. Ein schiefer Blick, eine schnippische Antwort und das übermüdete Hirn erledigt den Rest. Ich denke, es ist nicht ungewöhnlich das man als Paar Zeit braucht, um sich an die neue Situation anzupassen. Eine zeitlang hat es öfters mal heftig gekracht.

Uns hat geholfen, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Wir haben gelernt viel schneller zur Versöhnung zu kommen, schon weil wir uns vor Baby E. nicht so anzicken wollen, dass sie gegen uns erwachsen wirkt. Insgesamt nehmen wir uns mehr Zeit über Dinge zu sprechen und gehen mehr aufeinander ein. Ein echter Lerneffekt dank Baby!

Geld

Wir sind sehr verschieden in unserem Umgang mit Geld. Mein Mann spart gerne und ist sehr gewissenhaft und ich, äh, eher weniger. Eine große Sorge von mir war, dass er anfangen würde mir Vorschriften zu machen oder ich mich für jeden Pfennig rechtfertigen muss, wenn ich kein eigenes Einkommen mehr habe. Das hat weniger damit zutun, dass der liebe Ehemann so ein schlimmer Despot wäre (ist er nämlich nicht), sondern eher damit, dass mir sehr viel an meiner finanziellen Unabhängigkeit liegt.

Da wir beide der Meinung sind, dass man in einer festen Beziehung oder Ehe auch die Finanzen teilen sollte, haben wir seit wir zusammen wohnen ein gemeinsames monatliches Budget für alle Ausgaben. Das ist nicht in Stein gemeißelt, sorgt aber dafür, dass wir uns einmal im Monat über unsere Finanzen austauschen und wir alle diesbezüglichen Entscheidungen gemeinsam treffen. Ich bin froh, dass wir dieses Thema schon lange vor der Geburt geklärt hatten, denn Sprengstoff birgt es sicher genug.

Arbeitsteilung

Wir haben uns den Haushalt immer nach Möglichkeiten und Interessen aufgeteilt. Als wir beide gearbeitet haben, haben wir auch gleich viel gemacht. Jetzt bin ich zu Hause und mache damit auch mehr. Da haben wir ihn, den berühmten und oft beklagten Rückfall in die traditionellen Rollenmuster. Da wir aber eine Beziehung auf Augenhöhe haben (siehe Geld), finde ich das nicht wirklich schlimm.

Wichtig finde ich, dass jeder Beitrag gleich wichtig genommen wird und auch respektiert wird, was kein Geld bringt. Ich absolviere ein Fernstudium und es steht außer Frage, dass ich mir dafür Zeit nehme, auch wenn dann im Haushalt mal etwas liegen bleibt. Für mich ist das ein ganz entscheidender Punkt, über den ich viel nachgedacht habe in den letzten Monaten: Es geht meines Erachtens darum, alle Interessen und Beiträge als gleichwertig zu betrachten und nicht so sehr, alles in gleichem Maße bzw. gemeinsam zu tun.

Sex und Zeit als Paar

Als ich beschlossen habe, über die Veränderungen in unserer Paarbeziehung zu bloggen, habe ich natürlich auch meinen Mann gefragt, was sich aus seiner Sicht geändert hat. “Aaaalso, etwas weniger Sex haben wir schon…”, lautete die Antwort. Okay, das stimmt schon. Manchmal fallen wir einfach erschöpft ins Bett, manchmal fühle ich mich abends irgendwie “abgegriffen” nachdem den ganzen Tag ein Kind an mir dranhing und ich will mal für mich sein. Dramatisch ist diese Veränderung aber nicht, also bloß keine Panik im Vorfeld.

Wir sind auch schon vor dem Baby nie die großen Partygänger gewesen. Was uns schon manchmal fehlt, ist zu zweit auszuschlafen oder gemeinsam essen zu gehen. Ich würde aber nicht sagen, dass das irre schlimm. Wir machen es uns gerne daheim gemütlich, langweilig wie wir sind. Wir haben uns vorgenommen, die Tablets abends öfter mal auszulassen und mehr gemeinsam zu machen. Ich bin gespannt, ob es beim Vorsatz bleibt oder ob wir das tatsächlich schaffen.

 

Das sind aus meiner Sicht die wesentlichen Punkte, die sich in unserem Leben verändert haben. Wie bei allen Veränderungen ist halt immer die Frage, ob man dafür bereit ist und wie man damit umgeht. Ich habe zwar weder die Weisheit gepachtet noch führen wir eine problemfreie Vorzeigeehe, aber folgende Tipps möchte ich unqualifizierterweise weitergeben:

  • Nicht aus jeder Kleinigkeit eine Grundsatzdiskussion machen. Einmal tief durchatmen und sich klarmachen, dass der Partner auch müde ist und nicht immer perfekt sein kann.
  • Heikle Themen vorab abklären. Finanzen, Aufgabenteilung, Erwartungen… Je konkreter desto besser.
  • Sich öfter mal daran erinnern, wie man den Partner ganz zu Beginn der Beziehung gesehen hat und feststellen, dass dieser Mensch noch da ist.
  • Die Lebensphasen so akzeptieren, wie sie sind. Jetzt haben wir ein kleines Kind und all die Dinge, die wir nicht tun können, sind später wieder dran. Bis dahin konzentrieren wir uns auf das, was wir jetzt haben, nämlich ein glückliches Familienleben.

11 Monate

2014-10-23 11.33.14

Heute ist Baby E. genau 11 Monate alt. Sie ist ein kleiner mutiger Wirbelwind mit viel, viel Energie und Forscherdrang. Sie steht schon ungefähr für 10 Sekunden frei, sonst hat sich in diesem Monat relativ wenig getan. Seltsamerweise haben wir trotzdem das Gefühl, dass sich wahnsinnig viel geändert hat.

Irgendwie sieht sie anders aus – größer, weniger babyhaft. Man hat den Eindruck, dass sie ganz viel schon versteht. Manchmal ist es richtig gruselig, wenn sie auf irgendeine dumme Bemerkung von uns mit einem kurzen spöttischen Lachen reagiert und mit dem Finger auf uns zeigt 😀 Ach ja, und endlich bekommt sie ein paar mehr Haare.

Sie kann schon ganz schön wütend werden, wenn ihr was nicht passt. Oh weh, ich freue mich schon auf die richtige Trotzphase. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns das ziemlich heftig erwischen wird. Trotzdem ist E. alles in allem ein freundliches Kind. Sie mag andere Menschen immer noch so gerne und strahlt die meisten Leute direkt an. Letzte Woche haben wir im Bus von einer alten Dame ein kleines Plüschäffchen von der Sparkasse geschenkt bekommen. So lieb! Mir ist es immer noch etwas unangenehm, so viel Kontakt mit fremden Menschen zu haben wegen E., aber da muss ich mich wohl dran gewöhnen.

Das Essen klappt Gott sei Dank wieder gut. Ich bin immer wieder überrascht, wie aufgeschlossen die kleine Trollprinzessin ist. Mandarinen, scharfe Nudeln, Gemüsesushi, Wurst jeder Art – alles wird weggemampft und zwar mit Genuss. Ich bin erstmal happy – die nächste Flaute kommt bestimmt 😉 So langsam möchte sie auch selber mit Besteck essen. Mal schauen, wie das so läuft.

Sie macht alles nach was wir machen. Telefoniere ich, hält sie sich die Fernbedienung oder einen Bauklotz ans Ohr und brabbelt ganz geschäftig hinein. Wenn ich Sport mache, werden auch die Arme in die Luft geschleudert. Beste Unterhaltung für Mama ist das.

So langsam beschaffe ich schon die Geschenke für den 1. Geburtstag, auch wenn ich da noch gar nicht dran denken möchte. Mein großes Mädchen!

Was wird anders mit Kind?

Wann immer sich im Leben etwas ändert, und sei es nur das Alter, kommt unweigerlich die Frage: „Uuuund, wie fühlt es sich denn nun an, … zu sein?“ Für … kann man wahlweise 30, verheiratet oder Eltern einsetzen. Nach meiner Hochzeit habe ich mich das manchmal auch selbst gefragt. Ist jetzt irgendwas anders? Ich finde, ja, aber das ist ein Thema für einen anderen Post 😉 Nach der Geburt von Baby E. musste ich mir diese Frage eigentlich nie aktiv stellen, denn ich fühlte mich eindeutig anders. Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich ein Upgrade erhalten, mit dem plötzlich ganz viele zusätzliche Gefühle und neue Perspektiven verfügbar sind. Es ist wirklich merkwürdig und manchmal sogar ein wenig erschreckend, denn nicht alles davon ist nur positiv.

Eine sehr eindrückliche Veränderung ist, dass ich sehr viel emotionaler reagiere, wenn Kindern schreckliche Dinge passieren. Hunger, Gewalt, Vernachlässigung… Klar, das findet man immer schlimm, aber seit Baby E. auf der Welt ist, überfallen mich manchmal regelrecht Gedanken an all das Leid auf der Welt. Ich bin froh, dass mein Kind sicher und behütet aufwächst und es tut mir in der Seele weh, dass das nicht für alle Kinder der Fall ist. Gerne würde ich mehr für andere Kinder tun, die weniger Glück im Leben haben, damit diese Gefühle mich nicht nur runterziehen, sondern auch einen positiven Effekt haben. Das soll jetzt auch nicht so klingen, als hätte ich mich als Mama in eine Heulsuse verwandelt. Ganz im Gegenteil: Bei uns wird viel mehr gelacht als früher. Wir sind von Haus aus eher Kopfmenschen und dass mit der Kleinen kindliche Freude und Albernheit bei uns eingezogen sind, ist ein echter Segen.

Sehr positiv finde ich auch, dass so ein kleiner Mensch einen davon abhält, sich ständig mit sich selbst zu beschäftigen. Das geht jedenfalls mir so. Keine Zeit mehr, mich stundenlang über kleine Speckröllchen, X-Beine oder sonst welchen Quatsch zu ärgern. Generell fällt mir auf, dass ich viel weniger bereit bin, mir Zeit stehlen zu lassen und Dinge weniger vor mir herschiebe. Gleichzeitig habe ich auch gelernt, Geduld zu haben. Dafür sind Kinder wirklich perfekt.

Natürlich ändern sich auch viele „äußere“ Dinge: Es ist immer, wirklich immer, unordentlich bei uns. In Sekundenschnelle können kleine Babyhände eben Geputztes wieder einsauen und ein aufgeräumtes Zimmer in ein Schlachtfeld verwandeln. Ich versuche mich jetzt immer ganz aktiv für ein paar selige Minütchen am frisch geputzten Fußboden zu erfreuen und mich danach in eine Art zenmäßigen Scheißegalmodus zu begeben, wenn ich nämlich mit ansehen muss, wie alles wieder vollgekrümelt wird 😀 Ich muss nicht mal mehr darüber nachdenken, die Waschmaschine anzuschmeißen. Wenn ich im Badezimmer bin und das gute Maschinchen nicht ohnehin schon vor sich hin rumpelt, schmeiße ich quasi schon im Vorbeigehen Zeugs hinein. Kleiner wird der Wäscheberg irgendwie trotzdem nie.

Gott sei Dank gibt es Großeltern, die einen ab und an ein wenig entlasten. So ein Besuch zum Kaffee bei Oma und Opa ist für uns das ultimative Wellnesserlebnis geworden. Man muss sich nur an den gedeckten Tisch setzen, allerlei Leckereien in sich hineinstopfen, während der Nachwuchs von den begeistertsten Babysittern der Welt unterhalten wird. Nachdem man sich in den vergangenen Jahren ein eigenes Leben ohne die Eltern aufgebaut und sich vollends abgenabelt hat, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo man wieder mehr zusammenwächst.

Alles in allem bin ich sehr dankbar, diese Erfahrung machen zu dürfen und bin so zufrieden mit meinem Leben, wie schon sehr lange nicht mehr. Ich finde es wichtig, das immer mal wieder zu sagen, denn in den Medien wird meines Erachtens zu oft darüber gesprochen, wie schwierig das Familienleben ist. Sicher ist das alles richtig und wichtig, aber eben auch ungerechtfertigt abschreckend. Das ganz große Thema, was sich für uns als Paar geändert hat, habe ich jetzt mal ausgelassen. Sicher schreibe ich dazu in den nächsten Tagen auch noch ein paar Gedanken auf.

Herbstliche Geschenkverpackung

Die Zeit rast mal wieder und zwischen Kind, Haushalt und Studium bleibt aktuell wenig Zeit für mein kleines Blog. Ich quäle mich mit Mathematik und erheitere mein Umfeld mit peinlicher Unwissenheit auf diesem Gebiet so ca. ab dem Stoff der 5. Klasse. Jede Menge Arbeit liegt da also noch vor mir – toll, toll… Außerdem befindet sich mein Mann in den letzten Zügen seiner Doktorarbeit und auch da landet immer mal wieder etwas auf meinem Schreibtisch. Korrekturlesen, Administratives etc. pp.

Zwischendurch versuchen wir dann auch noch Zeit zu finden für unsere Freunde, was mit Kind gar nicht so leicht ist. Zuletzt standen mal wieder zwei Geburtstage an. Der erste war eine Abendveranstaltung, an der wir teilnehmen konnten, weil sich meine Schwiegereltern netterweise bereit erklärt hatten, das schlafende Baby zu hüten. Baby E., Oma und Opa haben das dann auch ganz locker genommen. Tja, nur wir Eltern konnten uns nicht so richtig entspannen und waren bei der ersten passenden Gelegenheit schon wieder daheim. Daran muss noch gearbeitet werden.

Der zweite Geburtstag war am Samstag und wurde an einem Nachmittag gefeiert, also mit Kindern. Hierzu gibt es nix weiter zu berichten, außer dass der Burger im Café Mozart an der Pettenkoferstr. sehr empfehlenswert ist und man für sehr viel Erstaunen sorgt, wenn man ein 10 Monate altes Kind „normales“ Essen probieren lässt („Ist ja cool, wie locker ihr da seid. Also, ich könnte das nicht…“ Innerliches Augenrollen meinerseits).

Lange Rede, kurzer Sinn – ich möchte die Gelegenheit nutzen, Euch mal meine variable Standardgeschenkverpackung zu zeigen. Am Samstag hat es so ausgeschaut:

2014-10-25 12.13.12Man benötigt:

  • Schlichtes Packpapier
  • Masking Tape
  • ein paar Blüten einer möglichst robusten Pflanze mit Stengel

Ich benutze je nach Jahreszeit, was aktuell auf meiner Terrasse blüht – aktuell ist das Erika. So erhält das Geschenk eine saisonale Note. Das Ministräußchen wird dann mit einem passenden Masking Tape an der Verpackung befestigt.

Meine Sommervariante bestand übrigens aus Lavendel und einer kleinblütigen (dornenarmen) Rosensorte. Zusätzlich hatte ich auf das Packpapier (nach dem Einpacken) mit Buchstabenstempeln noch einen kleinen Geburtstagsgruß aufgestempelt. Leider habe ich damals kein Foto gemacht 😦