12 gemeinsame Aktivitäten (+1) – Kleine DIY-Idee für den Valentinstag

Ich schenke sehr gerne – mit einer Ausnahme. Mein Mann ist irre schwer zu beschenken, weil er sich selten etwas explizit wünscht und auch nix durchblicken lässt. Ich muss mir dann irgendwas ausdenken und hoffen, dass er sich drüber freut. Tut er meistens, aber nicht so richtig, richtig dolle wie das bei einem erfüllten Herzenswunsch der Fall wäre.

Da mit materiellen Geschenken allein also keine Begeisterung herzustellen ist, habe ich mir (für Weihnachten in unserem Fall) eine Kleinigkeit ausgedacht, die erstmal nichts kostet, mittelfristig aber viel mehr gibt als Geld, nämlich Zeit.

Jede Karte steht für einen Monat und eine dazugehörige Aktivität, die ich organisiere und die wir dann gemeinsam (hoffentlich) genießen werden. Perfekt als kleine Aufmerksamkeit für den bevorstehenden Valentinstag und super schnell gemacht.

Und das habe ich geplant:

12(1)datesDazu gab’s noch eine Extrakarte als Gutschein für den ersten Latte Macchiato in Berlin – unserer zukünftigen Heimat, wenn alles so läuft wie geplant.

Den Spieleabend haben wir übrigens schon gemacht. Mein Mann hat mich bei Mensch ärgere dich nicht so was von platt gemacht und wir haben viel gelacht. Eine schöne Abwechslung zu unserer sonstigen Abendgestaltung, die sehr häufig darin besteht, dass jeder auf sein Tablet starrt. Ich kann’s also nur empfehlen.

Wie wir uns als Paar nach der Geburt verändert haben

Vor und auch noch während der Schwangerschaft habe ich mich oft gefragt, wie sich das Baby wohl auf unsere Ehe auswirken wird. Rücken wir noch näher zusammen oder wird das Kind die Nummer 1? Streiten wir uns nur noch vor lauter Stress? Verändern sich unsere Rollen? Die Sorge, dass unsere Ehe leiden könnte, war für mich ein konstanter Begleiter in der Schwangerschaft. Noch heute schaue ich meinen Mann manchmal an und kann mein Glück, ihn zu haben, kaum fassen. Dieses Glück wollte ich auf keine Fall riskieren. Nun, nach einem Jahr, ist ein guter Zeitpunkt um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Da kam die Blogparade von Top Elternblogs gerade recht:

Die erste Zeit nach der Geburt ist für viele Eltern erstmal ein Ausnahmezustand. Das gilt insbesondere für die Mama, die quasi rund um die Uhr mit dem Kind beschäftigt ist und sich auch selbst erst regenerieren muss. Vielleicht kommt es da dem einen oder anderen Vater so vor, als wäre er an die Seitenlinie verbannt worden. Das Spiel ist in vollem Gange, aber er ist nur noch Zuschauer. Bei uns war das ein wenig anders. Da Baby E. ein Schreikind war, musste er voll mitarbeiten. Die Bindung zu seiner Tochter ist sicher nicht zuletzt deswegen sehr eng. Als Paar sind wir erstmal auf der Strecke geblieben. Das ging gar nicht anders, wir waren im Überlebensmodus.

Mittlerweile ist der Alltag wieder eingekehrt und zumindest oberflächlich ist unser Leben ziemlich nah an der alten Normalität. Wir haben gemeinsame Zeit, wenn das Kind im Bett ist. Trotzdem ist nicht mehr alles wie vorher. Die Veränderungen sind subtil, nicht so leicht von außen sichtbar und vielleicht gerade deshalb so tiefgreifend.

Stress und Konflikte

Zweifelsohne erhöht ein Kind den Alltagsstress und es kommt vor, dass die Geduld restlos aufgebraucht ist. Gerade wenn die Nächte kurz sind, wird aus einer eigentlich harmlosen Frage (“Hast du mein blaues Hemd gesehen?”) schnell mal eine Anklage herausgehört (“Wieso ist die Wäsche eigentlich immer noch nicht erledigt?”), die vielleicht gar nicht da ist. Ein schiefer Blick, eine schnippische Antwort und das übermüdete Hirn erledigt den Rest. Ich denke, es ist nicht ungewöhnlich das man als Paar Zeit braucht, um sich an die neue Situation anzupassen. Eine zeitlang hat es öfters mal heftig gekracht.

Uns hat geholfen, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Wir haben gelernt viel schneller zur Versöhnung zu kommen, schon weil wir uns vor Baby E. nicht so anzicken wollen, dass sie gegen uns erwachsen wirkt. Insgesamt nehmen wir uns mehr Zeit über Dinge zu sprechen und gehen mehr aufeinander ein. Ein echter Lerneffekt dank Baby!

Geld

Wir sind sehr verschieden in unserem Umgang mit Geld. Mein Mann spart gerne und ist sehr gewissenhaft und ich, äh, eher weniger. Eine große Sorge von mir war, dass er anfangen würde mir Vorschriften zu machen oder ich mich für jeden Pfennig rechtfertigen muss, wenn ich kein eigenes Einkommen mehr habe. Das hat weniger damit zutun, dass der liebe Ehemann so ein schlimmer Despot wäre (ist er nämlich nicht), sondern eher damit, dass mir sehr viel an meiner finanziellen Unabhängigkeit liegt.

Da wir beide der Meinung sind, dass man in einer festen Beziehung oder Ehe auch die Finanzen teilen sollte, haben wir seit wir zusammen wohnen ein gemeinsames monatliches Budget für alle Ausgaben. Das ist nicht in Stein gemeißelt, sorgt aber dafür, dass wir uns einmal im Monat über unsere Finanzen austauschen und wir alle diesbezüglichen Entscheidungen gemeinsam treffen. Ich bin froh, dass wir dieses Thema schon lange vor der Geburt geklärt hatten, denn Sprengstoff birgt es sicher genug.

Arbeitsteilung

Wir haben uns den Haushalt immer nach Möglichkeiten und Interessen aufgeteilt. Als wir beide gearbeitet haben, haben wir auch gleich viel gemacht. Jetzt bin ich zu Hause und mache damit auch mehr. Da haben wir ihn, den berühmten und oft beklagten Rückfall in die traditionellen Rollenmuster. Da wir aber eine Beziehung auf Augenhöhe haben (siehe Geld), finde ich das nicht wirklich schlimm.

Wichtig finde ich, dass jeder Beitrag gleich wichtig genommen wird und auch respektiert wird, was kein Geld bringt. Ich absolviere ein Fernstudium und es steht außer Frage, dass ich mir dafür Zeit nehme, auch wenn dann im Haushalt mal etwas liegen bleibt. Für mich ist das ein ganz entscheidender Punkt, über den ich viel nachgedacht habe in den letzten Monaten: Es geht meines Erachtens darum, alle Interessen und Beiträge als gleichwertig zu betrachten und nicht so sehr, alles in gleichem Maße bzw. gemeinsam zu tun.

Sex und Zeit als Paar

Als ich beschlossen habe, über die Veränderungen in unserer Paarbeziehung zu bloggen, habe ich natürlich auch meinen Mann gefragt, was sich aus seiner Sicht geändert hat. “Aaaalso, etwas weniger Sex haben wir schon…”, lautete die Antwort. Okay, das stimmt schon. Manchmal fallen wir einfach erschöpft ins Bett, manchmal fühle ich mich abends irgendwie “abgegriffen” nachdem den ganzen Tag ein Kind an mir dranhing und ich will mal für mich sein. Dramatisch ist diese Veränderung aber nicht, also bloß keine Panik im Vorfeld.

Wir sind auch schon vor dem Baby nie die großen Partygänger gewesen. Was uns schon manchmal fehlt, ist zu zweit auszuschlafen oder gemeinsam essen zu gehen. Ich würde aber nicht sagen, dass das irre schlimm. Wir machen es uns gerne daheim gemütlich, langweilig wie wir sind. Wir haben uns vorgenommen, die Tablets abends öfter mal auszulassen und mehr gemeinsam zu machen. Ich bin gespannt, ob es beim Vorsatz bleibt oder ob wir das tatsächlich schaffen.

 

Das sind aus meiner Sicht die wesentlichen Punkte, die sich in unserem Leben verändert haben. Wie bei allen Veränderungen ist halt immer die Frage, ob man dafür bereit ist und wie man damit umgeht. Ich habe zwar weder die Weisheit gepachtet noch führen wir eine problemfreie Vorzeigeehe, aber folgende Tipps möchte ich unqualifizierterweise weitergeben:

  • Nicht aus jeder Kleinigkeit eine Grundsatzdiskussion machen. Einmal tief durchatmen und sich klarmachen, dass der Partner auch müde ist und nicht immer perfekt sein kann.
  • Heikle Themen vorab abklären. Finanzen, Aufgabenteilung, Erwartungen… Je konkreter desto besser.
  • Sich öfter mal daran erinnern, wie man den Partner ganz zu Beginn der Beziehung gesehen hat und feststellen, dass dieser Mensch noch da ist.
  • Die Lebensphasen so akzeptieren, wie sie sind. Jetzt haben wir ein kleines Kind und all die Dinge, die wir nicht tun können, sind später wieder dran. Bis dahin konzentrieren wir uns auf das, was wir jetzt haben, nämlich ein glückliches Familienleben.

112 Weddings / 112 Hochzeiten

Ich bin süchtig nach human interest stories jedweder Art, insbesondere aber solchen, die sich um die Themen Ehe, Familie und Kinder drehen. Neues erfährt man eher selten, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, wie andere Leute so leben.

In der arte-Mediathek kann man sich noch für einige Tage die Doku 112 Hochzeiten ansehen, in der ein Hochzeitsfilmer einige Paare nochmals aufsucht um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist. Genial einfache Idee, nett umgesetzt durch die Zusammenschnitte aus Hochzeitsfilmen und späteren Interviews. Ein Film, den man sehr schön mal vor der eigenen Hochzeit sehen kann, denn er illustriert wunderbar wie aufregend und komplett unwichtig für das weitere Leben dieser Tag ist. Dass der wichtige Teil erst danach kommt, kann man sich gar nicht oft genug vor Augen führen.

Also ansehen. Hier geht’s lang: arte – 112 Hochzeiten